
In der fünften Klasse steht die Beschäftigung mit dem antiken Griechenland im Mittelpunkt des Geschichtsunterrichts. Sie begleitet die Kinder in einer Entwicklungsphase, in der das wachsende Bewusstsein für die Welt eine wichtige Rolle spielen. Die Schüler*innen und Schüler begegnen der Kultur des antiken Griechenlands in ihren unterschiedlichen Facetten: Sie lernen die griechischen Götter und Mythen kennen, beschäftigen sich mit der Entstehung der Demokratie, der Philosophie sowie den Anfängen von Kunst, Architektur und Wissenschaft.

Im Zusammenspiel von Erzählung, künstlerischem Gestalten, Sport und gemeinschaftlichem Erleben entsteht ein ganzheitlicher Zugang, der den Kindern die Ideale von Schönheit, Maß, Fairness und Gemeinschaft nahebringt. Das abschließende Olympiasportfest knüpft an diese Inhalte an und lässt die Schülerinnen und Schüler den Geist der antiken Spiele auf besondere Weise erleben.
Die erste Olympiade für Wildau
In diesem Jahr richtete die Freie Waldorfschule Frankfurt (Oder) das Sportfest aus und lud an einem Juni-Wochenende die Fünftklässler*innen, Lehrkräfte sowie zahlreiche Eltern der Waldorfschulen aus Wildau, Cottbus und Görlitz zu sich ein. Besonders erfreulich und keine Selbstverständlichkeit war es, dass in diesem Jahr fast alle benachbarten Waldorfschulen zusammenkommen konnten. Wir sind also sehr dankbar, dass die Kinder diese schöne Waldorftradition gemeinsam mit den anderen Schulen erleben konnten.
Über viele Wochen haben sie sich im Sportunterricht vorbeitet und durften nun beim Fünfkampf (Pentathlon) in den klassischen Disziplinen Speerwurf, Diskuswurf, 5-Sprung, Ringen und Staffellauf ihr Können zeigen. Sie waren alle ganz schön aufgeregt auf diese Reise, die Begegnung mit den anderen Kindern, die Übernachtung – und hatten auch etwas Respekt vor dem Wettkampf.
Ankommen und einstimmen
Der Freitag stand noch ganz im Zeichen der Vorbereitung. In den sogenannten Poleis – den Stadtgruppen Athen, Sparta, Delphi, Theben, Korinth und Argos – in denen Kinder aller teilnehmenden Schulen gemischt zusammenkamen – wurde gemeinsam trainiert, gespielt und gestaltet. Die einzelnen Disziplinen wurden noch einmal gemeinsam geübt, ein griechischer Volkstanz einstudiert und die weißen Gewänder mit griechischen Schmuckmustern verziert. So sind die einzelnen Wettkampfgruppen von ca. 10 Kindern schon einmal ein bisschen zusammengewachsen. Ein abendliches Lagerfeuer bildete den Abschluss des Tages. Nach einer kurzen Nacht in den Klassenräumen der gastgebenden Schule starteten sie am nächsten Morgen früh in den Tag, während gegen 9.00 Uhr die ersten Eltern eintrafen, um die Spiele anzuschauen und das Mittagsbüffet zu bringen.


Fairer Wettkampf und bleibende Erinnerungen
Die Spiele begannen mit dem Fackellauf und anschließend mit einer feierlichen Eröffnungszeremonie am Olympischen Feuer. Vor der versammelten Athleten- und Kampfrichtergemeinschaft legten die jungen „Griechinnen“ und „Griechen“ das Versprechen ab, die Wettkämpfe fair zu bestreiten und die Leistungen der anderen zu achten. Anschließend begannen die Wettkämpfe in den einzelnen Disziplinen. Ganz in der Tradition der antiken Olympischen Spiele stand während des gesamten Wochenendes das Miteinander im Vordergrund. Jedes Kind tritt dabei für seine Stadt an, aber am Ende zählt nicht die Leistung des Einzelnen, sondern die Gesamtleistung der Gruppe. Denn bis heute prägen Fairness, gegenseitige Unterstützung, Freude an der Bewegung und das Einhalten der Regeln diese Spiele.






Zum Abschluss erhielten jede Athletin und jeder Athlet eine Medaille. Die Siegerinnen und Sieger aus den Einzel-Ringkämpfen wurden zusätzlich mit einem Efeukranz ausgezeichnet. Doch weit entscheidender als Medaillen und Auszeichnungen war für die Kinder wohl die Klassenfahrt und das gemeinsame Erleben der Olympiade selbst. Die Kinder erzählten, dass neue Freundschaften über die eigene Klasse und Schule hinaus entstanden wären, sie die gegenseitige Unterstützung toll fanden und dass manche in den sportlichen Herausforderungen stolz und manchmal auch überrascht über die eigene Leistung waren. Mit gestärktem Gemeinschaftsgefühl in der Klasse und vielen schönen und interessanten Erinnerungen kehrten unsere „Großen“ nach Hause zurück – und schliefen sich erstmal gründlich aus.










