

An der Waldorfschule Wildau haben wir das Glück, seit 2025 ein besonderes Unterrichtsfach anbieten zu können: Zirkus. Der Unterricht findet in kleinen Gruppen von max. 15 Kindern statt und wird von einem professionellen Akrobaten umgesetzt. Neben seiner Tätigkeit an unserer Schule unterrichtet der gebürtige Brasilianer auch beim Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi in Berlin. „Bei meiner Arbeit kann ich beobachten, wie die Bewegung, das wachsende Vertrauen in den eigenen Körper und das gemeinsame Lernen von Neuem die Kinder stärken.“
Für Herbst 2026 ist auch eine ganze Projektwoche aller Klassen bei Cabuwazi geplant, auf die wir uns schon sehr freuen!
Im Zirkusunterricht sammeln die Kinder vielfältige Bewegungserfahrungen und entwickeln dabei ein besseres Körpergefühl. Gleichzeitig werden die basalen Sinne – Tastsinn, Gleichgewichtssinn und Eigenbewegungssinn – gezielt angesprochen und gefördert. Viele Übungen und Kunststücke, die zu Beginn des Schuljahres noch bewundert werden, können die Kinder im Laufe der Zeit selbst ausführen. Die Erfahrung, sich solche Fähigkeiten Schritt für Schritt anzueignen, stärkt ihr Selbstvertrauen und ermutigt sie, auch anderen Herausforderungen mit Zuversicht zu begegnen.
Jede Stunde beginnt mit einer sorgfältigen Vorbereitung des Körpers. Die Schülerinnen und Schüler lernen, wie sie sich aufwärmen, ihre Muskulatur lockern und ihren Körper auf die bevorstehenden Übungen einstimmen können.


Im weiteren Verlauf stehen vielfältige Übungen auf dem Programm, bei denen vor allem Koordination, Geschicklichkeit, Konzentration, Timing und Rhythmus auf spielerische Weise geschult werden. Der gesamte Körper wird dabei ganzheitlich in den Blick genommen und gefördert. Zu den festen Bestandteilen des Unterrichts gehören Seilspringen, Jonglieren, das Klettern auf die Saltomatte sowie das Erlernen von Handstand und Radschlag. In der zweiten und dritten Klasse stehen das Seilspringen sowie Bodenakrobatik mit menschlichen Pyramiden im Mittelpunkt. In der vierten Klasse beschäftigen sich die Kinder unter anderem mit Jonglage.
Die Individuelle Entwicklung zählt
Dabei geht es nicht darum, dass jeder eine bestimmte, vergleichbare Leistung erbringt, sondern um individuelle Entwicklung und die Freude an der Bewegung und dem Körper. Jedes Kind entwickelt sich individuell und bringt unterschiedliche Voraussetzungen in den Bereichen Bewegung, Körperkoordination und motorische Fähigkeiten mit. Daher wird jedes Kind auch dort abgeholt, wo es steht, und kann in seinem eigenen Tempo Fortschritte machen. Entwicklung braucht Zeit und lässt sich weder erzwingen noch beschleunigen. Dabei sind sowohl die einfühlsame Begleitung der Kinder als auch die kontinuierliche Wertschätzung ihrer Zirkusarbeit durch die Eltern von großer Bedeutung. Gleichzeitig werden die Kinder ermutigt, Herausforderungen anzunehmen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. So entsteht ein Raum, in dem die Kinder nicht nur ihre motorischen Fähigkeiten erweitern, sondern auch Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen und Teamgeist entwickeln können.




Beim Bau einer Akrobatikpyramide trägt jedes Kind Verantwortung für die anderen. Alle stützen und sichern sich gegenseitig – nur gemeinsam gelingt die Übung. So werden Teamgeist und Verantwortungsbewusstsein auf natürliche Weise gestärkt.



