Waldorfschulen sind ein Beispiel gelebter Weltoffenheit. Rassistisches, diskriminierendes oder extremistisches Gedankengut hat in unserer Schule daher keinen Platz.
Seit 2023 sind wir als Waldorfschule in den Bund der Waldorfschulen aufgenommen worden. Dieser hat sich 2024 erneut deutlich gegen jede Form von Diskriminierung, gegen Antisemitismus und positischen Extremismus positioniert:
Aufruf für Demokratie – vom Bund der Waldorfschulen
Unsere Haltung ist eindeutig: Freie Waldorfschulen sehen „als Schulen ohne Auslese, Sonderung und Diskriminierung ihrer Schüler:innen alle Menschen als frei und gleich an Würde und Rechten an, unabhängig von ethnischer Zugehörigkeit, nationaler oder sozialer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Weltanschauung oder Religion.“ (Stuttgarter Erklärung 2007/2020[1])
Damit treten wir ein für die im Grundgesetz verfassten Grundrechte jedes Menschen und wenden uns gegen rassistische Diskriminierung, Antisemitismus und jegliche Formen von Diskriminierung. Als internationale Waldorfschulbewegung ist uns die Gleichwertigkeit aller Menschen wichtig. In Partnerschaft mit Waldorfschulen weltweit treten wir aktiv für die Menschenrechte ein.
Rechtsextremistische Politiker wie Björn Höcke [2], neurechte Autoren und Verleger wie Götz Kubitschek [3] sowie zahlreiche weitere rechtsextreme Akteure verfolgen klar benannte Ziele, die der Gesellschaft durch aktuelle Recherchen [4] Anfang Januar 2024 unmissverständlich deutlich gemacht wurden: Menschenrechte werden für einzelne Gruppen infrage gestellt und groß angelegte Deportationen geplant, (schulische) Inklusion soll rückgängig gemacht werden [5], kurz: Menschenleben werden selektierend bewertet, Menschenrechte sollen ausgehebelt werden.
Als ein im Bildungswesen aktiver Verband agieren wir grundsätzlich überparteilich. Die aktuelle Situation erfordert allerdings eine eindeutige Positionierung aller zivilgesellschaftlichen Akteure. Die in unserem Verband zusammengeschlossenen 255 Waldorf- und Rudolf-Steiner-Schulen haben bereits 2007 und 2020 die Stuttgarter Erklärung verabschiedet und wir bestärken heute:
Mit den in der Stuttgarter Erklärung verankerten Werten ist rechtsextremistisches, faschistisches, antisemitisches oder völkisch-biologistisches Gedankengut, wie es insbesondere von Parteien und Gruppierungen wie der AfD (Alternative für Deutschland), der Partei dieBasis [6], den Reichsbürgern, der Identitären Bewegung oder der sogenannten WerteUnion vertreten wird, nicht vereinbar.
weiterlesen: https://www.waldorfschule.de/service/medien-infos/erklaerungen/aufruf-fuer-demokratie
Der Bund der Freien Waldorfschulen ist Mitunterzeichner der Aktion „WIR für Menschlichkeit und Vielfalt“ (www.wir-fmv.org).

Waldorfschulen in der ganzen Welt
Die Anthroposophie, die dem Waldorf-Konzept zugrunde liegt, ist eine dem Menschen zugewandte, die Individualität unabhängig von Religion und Herkunft fördernde, wertschätzende spirituelle Weltanschauung, der wir uns als Waldorfschule verbunden fühlen.
Alle Waldorfschulen sind auf der ganzen Welt offen für Menschen jeder Religion und Hautfarbe (weltweit ca. 1.200 Schulen). Neben den Standorten Europa und Nordamerika gibt es Waldorfschulen z.B. in Island, Südamerika, Afrika, Asien und Australien. Je nach Region haben Waldorfschulen eine lokale Prägung, in der sich die jeweilige Tradition bzw. Religion wiederspiegelt.
In vielen Krisengebieten leisten die Waldorfschulen konkrete Friedensarbeit und fördern das Verständnis zwischen den Kulturen. Die „Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners“ (www.freunde-waldorf.de) fördern weltweit Kinderpatenschaften, um den Schulbesuch für Familien zu ermöglichen, die sich diesen sonst nicht leisten könnten. Oft unterstützen ehemalige Schüler*innen einer Waldorfschule diese Arbeit im Rahmen eines „Freiwilligen Sozialen Jahres“ (FSJ). Mit großem Einsatz werden weltweit auch Kinder und Jugendliche mit heilpädagogischem Bedarf mit Hilfe der Waldorfpädagogik gefördert.
Stuttgarter Erklärung
Im Oktober 2007 verabschiedeten die deutschen Waldorfschulen die „Stuttgarter Erklärung“. Im November 2020 wurde die Erklärung in einer überarbeiteten Fassung neu verabschiedet. Sie stellt klar, dass die Waldorfschulen sich von jeder Form der Diskriminierung, also auch von jedweder ethnisch begründeten Form der Diskriminierung, distanzieren. Hier können Sie die „Stuttgarter Erklärung“ lesen.

Schule mit Courage
Das Berliner Netzwerk Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage unterstützt Schulen dabei, eine diskriminierungssensible Schulkultur aufzubauen. An bundesweit rund 4.300 Schulen (Stand Nov. 2023) haben die Schüler*innen und Pädagog*innen sich entschieden: Sie wollen eintreten für eine Welt, in der die Gleichwertigkeit aller Menschen gelebt wird und aktiv gegen jede Form von Diskriminierung vorgegangen wird. Die Schulgemeinschaft der Freien Waldorfschule Wildau teilt diese Werte und wird sich perspektivisch noch mehr und systematisch mit den Themen auseinandersetzen.

Copyright: Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage
